Erste Quanten­kommunikations-­Verbindung in Europa zwischen BMBF und BSI

von comcrypto

Am vergangenen Dienstag wurde erstmals in Europa eine mit Mechanismen der Quantenverschlüsselung gesicherte Kommunikationsverbindung zwischen zwei Behörden gestartet. Startschuss war die Übertragung einer Videokonferenz zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Zuge einer Pressekonferenz von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Die durch das BMBF ins Leben gerufene Initiative QuNET arbeitet, unter Mitwirkung der Fraunhofer-Gesellschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und des Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt e.V. an einem Pilotnetz zur Quantenkommunikation in Deutschland. Ziel des Ganzen ist eine abhör- und manipulationssichere Datenübertragung im Netz zu ermöglichen.

Dieser neue Meilenstein zeigt die zukünftige immense Bedeutung von Kommunikationskanälen, die gegen Angriffe von Quantencomputern resistent sind.

Zu unterscheiden sind dabei Ansätze aus der Quantenphysik, bei denen der Schlüsselaustausch zwischen den Kommunikationspartnern über die Verschränkung von Lichtquanten geschieht, wie hier demonstriert. Dies ist nach aktuellem Stand der Wissenschaft eine nicht korrumpierbare Art des Schlüsselaustausches.

Ein anderer Ansatz ist die Verwendung von alternativen kryptographischen - also mathematischen - Algorithmen (sog. Post-Quanten-Kryptografie), die nicht von Quantencomputern gebrochen werden können. Dies sollte perspektivisch den Vorteil einer höheren Verfügbarkeit haben, vor allem für „normale“ Internet-User, bedingt aber auch Anpassungen an vielen Standard-Verschlüsselungsprotokollen des Internets, z.B. TLS, IPSec und S/MIME.